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Post von 1&1 Telecom GmbH, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, Deutsche Telekom AG und dem Bayerischen Landeskriminalamt

by on Jan.20, 2016, under Bundestdatenschutzgesetz

Heute bekam ich gleich vier Antworten: Neben den Antworten von 1&1 Telecom GmbH, der Deutschen Telekom AG und Gothaer Allgemeine Versicherung AG, bekam ich erstmals Post von einer Behörde, dem Bayerischen Landeskriminalamt.

 1&1 Telecom GmbH

1&1, mein aktueller Anbieter für Festnetz und Internet, teilt mir eine ganze Reihe von Daten mit. Diese umfassen meine aktuell gebuchten Vertrag, diverse Details zu meiner Person, sowie Adresse des Telefonanschlusses und meine Kontodaten. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Teil der Adresse für Werbezwecke an Dritte weitergegeben wird, jedoch nur bei juristischen Personen. Dazu wird mir versichert das von mir, als Privatkunde, keine Daten an Dritte weitergegeben werden.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei den raus gegeben Daten um Daten, welche für die Abwicklung des Vertrages notwendig sind. Ich habe jedoch bedenken, dass die Angaben unvollständig sind. Erstens gehören zu meinen Anschlussdaten auch die aufs Festnetz gebuchten Telefonnummern (Daten die 1&1 hoffentlich kennt). Zweitens finden regelmäßig Abbuchung auf meinen Konto statt. Meines Wissen müssen Unternehmen Buchhaltungsdaten 10 Jahre für etwaige rückwirkende Steuerprüfungen aufbewahren. Diese Daten sind sicher vorhanden, wurden mir aber verschwiegen. Hier kommt möglicherweise BDSG §19 Absatz 1.3 zum tragen. Nach meinen (nicht auf einem Jurastudium basierenden) Verständnis, muss der Aufwand bei der Ermittlung der gespeicherten Daten um Verhältnis zum Informationsinteresse des Auskunftssuchenden stehen. D.h. 1&1 ist vermutlich nicht zuzumuten, tagelang Aktenordner im Archiv zu durchsuchen um an die Buchungsdaten zu kommen. Mich stört an dieser Theorie nur die Tatsache, dass es sich hier um einen laufenden Vertrag handelt. D.h. diese Daten sind nicht in irgendwelchen Archiven, sondern sollten im Buchhaltungssystem sein. Möglicherweise bewertet 1&1 Buchungsdaten nicht als personbezogene Daten. Alles Frage die ich noch klären muss.

Deutsche Telekom AG

Die Telekom, mein ehemaliger Telefonanbieter, schreibt mir über mehrere Seiten ausführlich, welche Datenarten erhoben werden (Vertragsdaten, Verkehrsdaten, usw.) und wozu diese im Einzelnen verwendet werden. Insbesondere wird im Bereich Werbung, Beratung, Marktforschung darauf verwiesen, dass meine Daten nur mit meiner ausdrücklichen Zustimmung an Dritte weiter gegeben werden. Abschließend werden mit die gespeicherten Daten tabellarisch aufgelistet. Besonders interessant ist, dass eine ganze Reihe an Daten zu meinem Vertrag gespeichert sind, welcher seit mehr als 6 Monaten gekündigt und vollständig abgerechnet ist. Neben meinen persönlichen und Kontodaten finde ich hier auch gebuchte Telefonnummern, Emailadressen und diverse Informationen, ob ich damals wünschte in Telefonverzeichnisse und dergleichen eingetragen zu werden.

Aus meiner Sicht speichert die Telekom hier zu viele Daten. Zu einem Vertrag der seit mehr als 6 Monaten erloschen ist, muss die Telekom nicht mehr wissen ob ich der Invers-Suche zustimmte, oder wie meine Bankverbindung lautet. Wichtig für mich ist, dass ich keine Aussage zur Einwilligung zu Werbemaßnahmen machte. Nach dem Informationsschreiben der Telekom sollte nur einen ausdrückliche Einwilligung zur Übermittlung von Daten an Dritte führen. Eine konkrete Aussage das dies auch nicht stattfand, gibt es indes nicht. Diverse andere Antwortschreiben waren in diesem Punkt deutlicher.

Gothaer Allgemeine Versicherungen AG

Gothaer beglückte mich heute gleich mit zwei Briefen. Im Brief von 18. Januar bekomme ich den Hinweis, dass ich demnächst Antwort erhalten werden. Im Brief vom 19. Januar erhalte ich denn die tatsächliche Antwort.

Im Wesentlichen werden einige wenig persönliche Daten aufgelistet, sowie meine laufenden Verträge, Kontaktdaten sowie Bankdaten. Darüber hinaus finde ich dort ein von mir gewählten Ansprechpartner als auch eine Liste mit bisher gemeldeten Schäden und deren Datum. Insbesondere wird darauf verwiesen, dass §38 des BDSG (Aufsichtsbehörde) anerkannt wird.

Sehr interessant finde ich die Tatsache, dass viele Daten, die wohl standardmäßig erfasst werden, nicht vorhanden sind. So sind Informationen zu Geburtsort, Familienstand, Beruf und Bonitätsabfrage (sowie weitere) explizit als nicht vorhanden gekennzeichnet. Das könnte auf ein ausgeprägten Datenschutz bei Gothaer hinweisen, der Daten die nicht mehr benötigt werden löscht. Dass könnte aber auch heißen, dass hier kein großer Aufwand betrieben wurden alle erfassten Daten aufzulisten. Mich irritiert hier nur eines: Zu den bisherigen Schäden wird eine Schadensnummer sowie das Schadensdatum (oder die Meldung des Schadens) angegeben. Wenn die Schadensnummer noch existiert, vermute ich, dass noch weitere Details zum Schaden vorhanden sind.

Bayerisches Landeskriminalamt

Das Bayerische Landeskriminalamt teilt mir mit, dass es keine Daten zu meiner Person gespeichert hat. Darüber hinaus wird mir mitgeteilt das es kein Hinweise gäbe, dass eine Polizeidienststelle in Bayern Daten über mich speichere. Im Anhang erhielt ich meine Ausweiskopie zurück.

Kurz und knapp: Die Auskunft kam zügig, war ausreichend und ich bekam meine Ausweiskopie zurück. Einzig einen Satz finde ich seltsam, nachdem es keine Hinweise gäbe, dass Polizeidienststellen in Bayern Daten über mich speichern. Entweder es sind Daten vorhanden oder nicht. Die Aussage der LKA Bayern finde ich wage.

 

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